Nationalspieler treffen: Stuttgart vergrößert Wolfsburgs Abstiegssorgen

Stand: 01.03.2026 • 17:37 Uhr

Sehr souverän hat der VfB Stuttgart sein Heimspiel gegen Wolfsburg gewonnen. Der VfL war derart harmlos, dass Trainer Bauer in Erklärungsnot ist.

Volker Schulte

Ohne große Probleme hat der VfB Stuttgart am 24. Spieltag der Fußball-Bundesliga mit 4:0 (3:0) gegen den VfL Wolfsburg gewonnen. Deniz Undav (21.) und Jamie Leweling (30., 42.) schossen den Sieg schon in der ersten Hälfte heraus. Nikolas Nartey sorgte vor 57.500 Zuschauern spät für den Endstand (90.+5).

Der VfB bleibt als Tabellenvierter weiter auf Champions-League-Kurs, machte im Vergleich zur Konkurrenz aus Dortmund, Hoffenheim und Leverkusen Punkte gut. Die Stuttgarter kompensierten auch die Ausfälle der Defensivspieler Josha Vagnoman (Oberschenkelblessur) und Jeff Chabot (Rückenprobleme).

  • 24. Spieltag

    Pfeil rechts

  • Live-Ticker zum Nachlesen

    Pfeil rechts

VfL-Trainer Daniel Bauer in der Kritik

Wolfsburg dagegen rutschte auf einen Abstiegsplatz ab, hat als 17. bereits drei Punkte Rückstand auf Platz 15. Der VfL wartet nunmehr seit sieben Spielen auf einen Sieg und die Leistung aus Stuttgart macht wenig Hoffnung auf Besserung.

Trainer Daniel Bauer hatte das Traineramt im November von Paul Simonis übernommen, zunächst interimsweise, nach ordentlichem Start als Dauerlösung mit Vertrag bis Sommer 2027. Aus mittlerweile 14 Partien holte er aber nur drei Siege, sodass im VfL-Umfeld schon länger über seine vorzeitige Ablösung diskutiert wird.

Wolfsburgs Trainer Daniel Bauer beim Spiel in Stuttgart

Bauer: “Matchplan nicht eingehalten”

Bauer war hinterher am Sportschau-Mikrofon enttäuscht. “Das war brutal, weil wir heute auch wieder Dinge gemacht haben, die nicht zu unserem Plan gehörten. Weil wir uns nicht aufgeopfert haben in der ersten Halbzeit.” Sein Team habe sich “unter Stress teilweise nicht an den Matchplan gehalten”.

Kapitän Yannick Gerhardt sagte: “Wir haben uns den Schneid abkaufen lassen. Wir können nicht viel Positives mitnehmen. Jetzt stehen wir auf einem direkten Abstiegsplatz, es wird sehr schwer.”

Zufrieden war Stuttgart-Trainer Sebastian Hoeneß. Der Sieg sei auch in der Höhe verdient gewesen: “Das war gut anzuschauen, es war Spielfreude auf dem Platz. Wir haben uns dann belohnt mit den Toren. Das war eine gute Teamleistung, die wir jetzt gerne mitnehmen können in die nächsten Wochen.”

Führich sorgt für Schwung

Von Beginn an hatte der VfB in Chris Führich einen Aktivposten auf der linken Seite. Er zwang Kamil Grabara mit einem Schuss aus spitzem Winkel zu einer starken Parade (14.) und leitete dann den ersten Treffer ein. Er dribbelte bis zur Torauslinie und passte scharf vors Tor. Mit etwas Glück prallte der Ball von Ermedin Demirovics Bein vor die Füße von Undav – der aus fünf Metern unter die Latte traf, es war sein 14. Saisontor.

Spätestens jetzt waren die unterschiedlichen Grade an Selbstvertrauen präsent. Wolfsburg strahlte keine Torgefahr aus, während der VfB so wirkte, als könnte er jederzeit erneut zuschlagen. Nach einer halben Stunde war es so weit: Undav passte zu Führich, der wieder quer vors Tor legte, wo Demirovic verpasste, aber Leweling einschussbereit war.

Leweling mit Dropkick und 100 km/h

Zwölf Minuten später legte Leweling nach. Ein weiter Einwurf von Demirovic überforderte die Wolfsburger Hintermannschaft. Nach der Kopfballabwehr stand Leweling völlig frei und traf satt per Dropkick. Mit 100 km/h und leicht abgefälscht schlug der Ball ein. Kurz darauf war Undav nach einem Eckball überrascht, sein unkontrollierter Abschluss mit der Brust wäre trotzdem fast ins Tor gegangen, sprang auf die Latte.

Stuttgarts Jamie Leweling bejubelt einen Treffer

Wolfsburg blieb spielerisch ideenlos, hatte kurz vor der Pause aber noch die Riesenchance zum Anschlusstreffer. Ein weiter Ball von Ramon Hendriks wurde geblockt, sodass Lovro Majer frei auf Alexander Nübel zulaufen konnte. Er schoss rechts vorbei – symptomatisch für die Wolfsburger Harmlosigkeit.

Bauer mit Dreifachwechsel zur Pause

VfL-Coach Bauer reagierte zur zweiten Halbzeit mit einem Dreifachwechsel in der Offensive. Er nahm Majer, Adam Daghim und Mohamed Amoura vom Feld, brachte Kento Shiogai, Jonas Adjetey und Dzenan Pejcinovic. Bemerkenswert: Den 18 Jahre jungen Startelf-Debütanten Pharell Hensel ließ er zunächst auf dem Feld, nahm ihn dann in der 62. Minute vom Platz.

Die zweite Hälfte bot wenig Höhepunkte, Stuttgart verwaltete die Führung und dürfte angesichts der Dreifachbelastung aus Liga, DFB-Pokal und Europa League froh gewesen sein über die Gelegenheit, Kräfte zu sparen. Ein schöner Steckpass von Demirovic auf Führich war noch ein Highlight, Grabara parierte (58.). Kurz vor dem Schlusspfiff traf Nartey abgefälscht aus spitzem Winkel, Tiago Tomas leistete die Vorarbeit. Von den Wolfsburger kam weiterhin kaum etwas.

Stuttgart in Mainz, Wolfsburg gegen Hamburg

Stuttgart ist nun am Samstagnachmittag beim 1.FSV Mainz 05 zu Gast (15.30 Uhr). Wolfsburg empfängt zur selben Zeit den Hamburger SV (15.30 Uhr). “Das ist ein Sechs-Punkte-Spiel”, sagte Bauer. “Wir müssen gewinnen, Punkt.”

  • VfL Wolfsburg für Ihren Kalender

    Pfeil rechts

  • VfB Stuttgart für Ihren Kalender

    Pfeil rechts