Friedrich und Charlotte Merz: So eine Ehe ist selten in der Politik | Unterhaltung

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Stuttgart (Baden-Württemberg) – Sie umarmt ihn von hinten, ganz fest. Friedrich Merz (70) sitzt in der ersten Reihe des CDU-Parteitags, gerade wiedergewählt zum Parteivorsitzenden mit 91,17 Prozent der Delegiertenstimmen. Der mächtigste Mann Deutschlands. Doch in diesem Moment wirkt er nicht wie ein Parteichef. Sondern wie ein Ehemann, der die Nähe seiner Frau genießt. Sein Blick verrät: Er freut sich, dass sie da ist und ihre Arme um ihn legt.

Charlotte Merz (65) ist keine Frau für laute Auftritte. Aber sie ist da, wenn es zählt. Und wer genau hinschaut, spürt: Diese Ehe ist echt.

Friedrich (damals 45) und Charlotte Merz (damals 39) 2001 beim Karneval in Aachen

Foto: action press

Bei Charlotte Merz war es Liebe auf den ersten Blick

Seit 46 Jahren sind sie ein Paar. Kennengelernt auf einer Juristen-Party in Bonn. Bei ihr war es „Liebe auf den ersten Blick, bei ihm dauerte es ein bisschen länger“, erzählt sie und lacht. Kurz darauf waren sie fest zusammen. Im Juni 1981 heirateten sie. Charlotte war mit dem ersten Kind schwanger. „Das war zwar nicht geplant, aber wir haben uns gefreut. Für uns stand fest, dass wir heiraten wollen. Wir blickten uns kurz mal tief in die Augen, dann war das beschlossen. Wir wollten es ja beide“, erzählte die dreifache Mutter 2024 im Interview mit BILD.

Bis heute sei ihre Liebe „genauso intensiv“ wie am Anfang. „Wir sind einfach gern zusammen“, so Charlotte Merz. Dasselbe berichten BILD Vertraute des Kanzlers über seine Gefühle. „Der Friedrich liebt seine Frau und hat sie einfach gern an seiner Seite.“

Im Februar 2000 richtet Charlotte Merz ihrem Mann, der kurz darauf zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt wurde, zu Hause in Arnsberg (NRW) die Krawatte

Im Februar 2000 richtet Charlotte Merz ihrem Mann, der kurz darauf zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt wurde, zu Hause in Arnsberg (NRW) die Krawatte

Foto: Frank Ossenbrink

Egal, wo der Kanzler auf der Welt ist, er ruft seine Frau jeden Tag an. Auch wenn es nur ein paar Minuten sind. „Ja, mindestens einmal am Tag. Das ist uns beiden wichtig. Ich glaube, in unseren gemeinsamen Jahren gibt es höchstens zehn Tage, an denen wir nicht miteinander telefoniert haben“, so Charlotte Merz im BILD-Interview. Meist telefonieren die beiden abends, wenn er in seiner Wohnung oder im Hotelzimmer ist, oder tagsüber, wenn er zwischen Verhandlungen und Terminen kurz Zeit hat. „Dann redet jeder über seinen Tag.“

Friedrich und Charlotte Merz reden über alles

Die Eheleute Merz reden über alles. Über politische Entscheidungen. Über Termine. Über Kleinigkeiten des Alltags. Über die drei Kinder und Schwiegerkinder. Über die sieben Enkel. Über Freunde, die alten Eltern. „Es ist wichtig zu wissen, dass es da jemanden gibt, der immer für einen da ist. Egal, was passiert“, so die Juristin zu BILD.

Charlotte Merz ist eine selbstständige Frau, die ihren eigenen Beruf erfolgreich ausübt. „Was hat denn meine richterliche Tätigkeit mit der CDU zu tun? Gar nichts. Ich mache meine Arbeit, mein Mann seine.“ Klare Worte. BILD weiß: Der Kanzler hält ihre Unabhängigkeit für wichtig. Und doch ist sie in allen entscheidenden Momenten an seiner Seite. Wie jetzt beim Parteitag.

Das Ehepaar Merz im Sommer 2001 bei der Eröffnung der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth (Bayern)

Das Ehepaar Merz im Sommer 2001 bei der Eröffnung der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth (Bayern)

Foto: picture-alliance / dpa

Solche Bilder sind selten in der deutschen Politik. Nur die wenigsten der deutschen Spitzenpolitiker haben harmonische Ehen. Oft ist es Inszenierung nach außen. Ein Lächeln für die Kameras. Ein korrektes Nebeneinanderstehen. Aber echte Gefühle und Zuneigung zeigt außer den Eheleuten Merz kaum jemand.

Die Ehe von Angela Merkel (71) und Prof. Joachim Sauer (76) gilt als gut. Aber dass er sie öffentlich umarmt? Undenkbar! Ebenso bei Ex-Kanzler Olaf Scholz (67) und seiner Frau Britta (64). Sachlich, distanziert, kontrolliert. Hendrik Wüst (50) und Ehefrau Katharina (38) werden im Frühjahr zum zweiten Mal Eltern. Sie lieben sich, doch mehr als öffentliches Händchenhalten sieht man auch von ihnen nicht.

Friedrich und Charlotte Merz tanzen 2019 auf dem SemperOpernball in Dresden

Friedrich und Charlotte Merz tanzen 2019 auf dem SemperOpernball in Dresden

Foto: action press

Warum geben sich deutsche Politiker oftmals so hölzern und unnahbar mit ihren Partnern? Aus Angst vor Angriffsfläche? Aus falscher Zurückhaltung? Dabei macht es Politiker doch erst menschlich, wenn sie sich als Mensch zeigen. Wenn sie Nähe zulassen. Wenn sie fühlen, lieben und das auch zeigen.

Die Amerikaner sind da anders. Hillary (78) und Bill Clinton (79), Michelle (62) und Barack Obama (64), Jill (74) und Joe Biden (83), Laura und George W. Bush (beide 79) – sie umarmen sich, küssen sich, greifen selbstverständlich nach der Hand des anderen. Sie zeigen: Wir sind ein Team. Wir gehören zusammen. Wir suchen auch die körperliche Nähe des anderen.

Das Ehepaar Merz macht sich noch Komplimente

Charlotte Merz hat keine Scheu vor Nähe. „Natürlich“ machen sie sich in ihrer Ehe noch Komplimente, erzählte sie BILD. „Man freut sich doch immer über eine positive Wertschätzung. Sie doch auch, Frau May, oder?“ Würde sie ihren Mann noch einmal heiraten? „Sofort!“ Er sie auch? „Das müssen Sie ihn fragen, ich denke aber ja.“ Dann lachte sie laut. „Eine gelungene Partnerschaft ist immer Arbeit. Für beide Seiten. Wir haben es Gott sei Dank geschafft, uns auf Augenhöhe und miteinander zu entwickeln.“

Friedrich und Charlotte Merz haben keine Scheu, wie auf dem CDU-Parteitag ihre ehrliche Zuneigung öffentlich zu zeigen

Friedrich und Charlotte Merz haben keine Scheu, wie auf dem CDU-Parteitag ihre ehrliche Zuneigung öffentlich zu zeigen

Foto: Ralf Günther/BILD

Als die Kinder aus dem Haus waren, mussten auch sie sich neu finden. „Da merkt man erst mal, dass Kinder neunzig Prozent der Gespräche ausfüllen, die man als Eltern führt. Wir mussten uns als Paar neu finden.“ Ihre Antwort ist einfach und stark: „Wir lieben uns. Das ist die Grundvoraussetzung.“

Söder zur Wiederwahl von Merz: „Herzlichen Glückwunsch an Friedrich“

Quelle: Phoenix21.02.2026

Und vielleicht ist genau das der Unterschied. Diese Ehe wirkt nicht wie ein politisches Arrangement. Nicht wie eine Kulisse. Sondern wie ein Fundament. Als sie ihn von hinten umarmt, ist das keine Inszenierung. Es ist eine Liebeserklärung. Vielleicht braucht die deutsche Politik mehr solcher Momente. Mehr Mut zur Nähe. Mehr sichtbare Zuneigung. Denn am Ende ist auch der Kanzler nur ein Mann, der sich freut, wenn seine Frau ihn festhält.